Archiv für Mai 2014

1.Mai-Demo Plauen

Auch im sächsischen Plauen war am 1.Mai einiges los. Aber wir möchten hier nicht den gesammten Tag beleuchten sondern besonders ein Ereignis beschreiben und anprangern.
Wer in Plauen war, weiß wahrscheinlich Bescheid.
Es geht um die Blockade an der Pauluskirche, welche stundenlang von Polizeieinheiten gekesselt wurde.

Aber spulen wir etwas zurück.
Gegen 10:30 startete die Antifademo am Oberen Bahnhof. Etwa 300 Menschen nahmen daran teil.
Nach einer Zwischenkundgebung, versuchte der Großteil der AntifaschistInnen auszuscheeren und auf die Naziroute zu gelangen. Die Polizei legte sofort los und knüppelte brutal zu.
Jedoch schafften es nicht wenige AktivistInnen, sich in Richtung Naziroute durchzuschlagen.

Ab 12:30 fanden sich die ersten AktivistInnen an der Pauluskirche ein und errichteten einen Blockadepunkt. Die Kirche stellte den BlockiererInnen ihre Toiletten zur Verfügung.
Gegen 13:30 errichteten einige AntifaschistInnen eine kleine Barrikade. Dass die Polizei das nicht ignorieren würde, war allen klar. Nach einigen Minuten fingen die Beamten an, den Blockadepunkt zu kesseln. Allerdings gab es anfangs keine Zeichen für eine Räumung.
Gegen 15 Uhr näherte sich der Demonstrationszug der Nazis unserer Blockade. Die Polizei verstärkte ihr Aufgebot, doch wieder kam es zu keiner Räumung. Die Faschisten wurden umgeleitet aber unter den BlockiererInnen machte sich Unbehagen breit, weil niemand wusste, wie die Pläne der BFE aussehen würden.
Es kam, wie es kommen musste. Die AggroBullen stürmten die Pauluskirche, verschlossen diese und sparten dabei nicht an Gewalt.
So etwas hatte es selbst in der DDR nicht gegeben.
Die auf der Kirchentreppe stehenden Menschen wurden mit Tritten und Schlägen traktiert und die Treppe hinunter gestoßen. Der Kessel war nun unüberwindbar aber damit nicht genug.
Die Einsatzleitung forderte die AktivistInnen mehrmals auf, das Gelände zu räumen. Doch wie sollte das funktionieren, wenn niemand raus gelassen wurde?! Die Polizei wollte damit nur ihre folgende Erkennungsdienstliche Behandlung rechtfertigen.
Insgesamt war dieser Kessel menschenverachtend. Es gab bis etwa 17:30 Uhr weder Getränke noch Sanitäreinrichtungen. Es sollte wohl als Provokation dienen, als gegen 16 Uhr ein mobiles WC vor die Blockade gefahren wurde, welches nur die sächsische Knüppelgarde benutzen durfte.

Zu erwähnen ist, dass zwischenzeitlich ein Nazi-Filmteam und 2 Fotografen hinter der Polizeikette Stellung bezogen und munter die gekesselten AntifaschistInnen filmten und fotografierten. Erst nach unzähligen Aufforderungen an die Kommunikationsteams der Polizei, welche an diesem Tag so nützlich waren wie ein Taxifahrer ohne Taxi, wurden die Nazis gebeten, sich zu entfernen.

Ab 17 Uhr griffen immer wieder kleine Greiftrupps der BFE willkürlich Menschen aus der Blockade auf und führten diese ab. Selbst Minderjährige wurden mit Polizeigriff abgeführt.
Den BlockiererInnen wurde gesagt, dass man gezielt nach Leuten suchen würde, welche Stunden vorher straffällig geworden sein sollen.
Alle wollten raus und so stellten sich viele vor die Greiftrupps, in der Hoffnung, als nächstes „befreit“ zu werden.
Man wollte uns zermürben.. erst wurden 4 Menschen hintereinander abgeführt, dann passierte 20 Minuten lang gar nichts mehr. Man rechnete damit, bis in die Nacht festgehalten zu werden – was zum Glück nicht der Fall war.

Die Greiftrupps brachten die herausgegriffenen AktivistInnen hinter die Pauluskirche, wo mehrere Mannschafts- und Behandlungswagen aufgestellt wurden.
Nach der Personallienabgabe durfte man sich an die Wand stellen und aus allen Perspektiven fotografieren lassen. Natürlich durften Taschen- und Körperkontrollen nicht fehlen. Alle, die im Kessel waren, bekamen eine Anzeige wegen Landfriedensbruchs, einzelne auch wegen Vermummung (Angesichts der Anwesenheit von Nazifilmteams nachvollziehbar). Doch immer noch nicht genug.
Einzelne Polizisten rempelten BlockiererInnen mutwillig an, spuckten ihnen vor die Füße oder ließen Sprüche ab wie: „Im Reich hätten wir keine Probleme mehr mit euch“ oder „Verpiss dich, Gesocks wie dich, will ich nicht in meiner Nähe“.
Gestatten – die sächsische Polizei.
Alles in allem ein Armutszeugnis der deutschen Polizei aber was will man von diesen Menschenfeinden auch erwarten.
Wir hoffen inständig, dass dieser Tag ein Nachspiel hat.

AAE