Archiv für Februar 2016

Raus aus der Komfortzone!

Die Geschehnisse in Clausnitz und Bautzen sind zur Zeit medial so präsent, dass man denken könnte, so etwas sei zum ersten Mal passiert. Bis ins letzte Dorf werden nun alle in Sachsen lebenden Menschen mit Rassist*Innen und Neonazis gleichgesetzt. Von den zahlreichen Antifaschist*Innen, die täglich versuchen, den rechtsradikalen Mobilisierungen wenigstens etwas entgegenzusetzen, spricht jedoch niemand.

Nach wie vor sind vor allem die sächsischen Provinzen große Problemzonen für Linke und Geflüchtete. Rechte Demonstrationen finden wöchentlich mehrmals statt, an Gegendemonstrationen – sofern diese überhaupt noch als wirkungsvoll bezeichnet werden können – nehmen meist nur wenige Menschen teil. Neonazistrukturen erhalten regen Zuspruch aus der bürgerlichen Mitte und Gewalttaten gegen Geflüchtete und Antifas werden geduldet oder beklatscht. Dem rassistischen Treiben etwas deutliches entgegenzusetzen, gestaltet sich schwierig. Hinzu kommt die Provinzflucht, durch die die fittesten Aktivist*Innen in den alternativen Vierteln der Großstädte verschwinden.

Doch keine Zeit für Resignation!
Es mag kräfteraubend und ermüdend sein, dennoch ist es notwendig, dass die sächsische Linke sich ihrer Lage bewusst wird und darauf reagiert. Es ist leicht, sich im eigenen Großstadt-Kiez zu verstecken und darauf zu warten, dass die Leute in der Provinz das Problem allein lösen.
Raus aus euren Komfortzonen – supportet die Provinzen!
Organisiert gemeinsame Demonstrationen mit lokalen Bündnissen, Initiativen, Gewerkschaften und anderen Gruppen. Geht vor Schulen und in die Jugendzentren, betreibt Aufklärungsarbeit. Dies wäre schon allein von enormer Wichtigkeit, um Vorurteile gegenüber der linken Szene in der Bevölkerung aus dem Weg zu räumen.
Bringt euch in die Arbeit mit Geflüchteten ein und schützt euch gegenseitig!
Wichtig wäre auch, den Neonazis ihre Räume zu nehmen, ihnen konsequent entgegenzutreten und direkte Aktionen durchzuführen. Verschönert eure Viertel, seid gemein zu Faschos und klaut ihnen ihr Milchgeld! Verteilt tausende Flyer und zeigt, dass ihr überall präsent seid – dass euch die Straßen gehören!